April 23, 2014   23 notes

“ Blog: Ein Sprachklump aus Tagebuch, Poesiealbum, Selbstbiographie, Dissertation und Tageszeitung, der einen davon dispensiert, sich für eine dieser Formen die notwendige Zeit zu nehmen. Ein Blog bezieht in der Regel vom Tagebuch die authentizitätsgesättigte Nabelschau, vom Poesiealbum die Neigung zum automatisierten Aphorismus, von der Selbstbiographie die Logorrhöetendenz, von der Dissertation das obskurantistische Expertentum und von der Tageszeitung die zusammenhanglose Wiedergabe irrelevanter und bedeutungsvoller Informationen. Die meisten Blogs tendieren zum Block, sowohl im Sinne von Notizblock wie von Blockwart. Gute Blogs könnten auch Bücher sein. ”

Magnus Klaue, Entgrenzte Vernunft, in: Konkret 10/2013, >. Man könnte auch noch hinzufügen: »Was geht die Literatur tumblr an? Wenn ein Mensch faul oder müde ist, guckt er in die Kiste. Wenn er Kraft für Kunst übrig hat, liest er, geht ins Konzert oder ins Theater.« [Détournement: Peter Hacks]     

(Source: noxe)

April 23, 2014   127,111 notes

“ Writing isn’t the same as speaking, I struggle with conversation ”

Alex Turner

(via lpoulain)

April 20, 2014   1 note

“ […]
DIE BEIDEN MÄNNER SIND NATURWISSENSCHAFTLER, DIE VON SICH SAGEN, SIE HÄTTEN DIE SPRACHE DER GEFÜHLE NICHT GELERNT. DAS BEDEUTETE EINE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE WAHL DER WORTE, FÜR METAPHERN UND STIL. ICH WOLLTE, DASS DER LESER ZEUGE WÜRDE, WIE DIE BEIDEN MIT DEN WORTEN KÄMPFTEN, NUN, DA SIE ÜBER IHRE GEFÜHLE ZU SPRECHEN VERSUCHTEN. ES GING DARUM ZU ZEIGEN, WIE WÖRTER FÜR GEFÜHLE KLINGEN KÖNNEN, WENN UNGEÜBTE NACH IHNEN GREIFEN, UM DER GEWALT IHRER EMPFINDUNGEN AUSDUCK ZU VERLEIHEN, UND WIE SPRACHLICHE UNSICHERHEIT UND STILISTISCHES SCHWANKEN AUSDRUCK SEIN KÖNNEN FÜR EINE NOCH TIEFERE UNSICHERHEIT DER WELT UND SICH SELBST GEGENÜBER. ”

Pascal Mecier. Lea. Nachwort.

(Source: enilua)

April 20, 2014   152 notes

“ Was tun Sie”, wurde Herr K. gefragt, “wenn Sie einen Menschen lieben?” ” Ich mache einen Entwurf von ihm”, sagte Herr K., ” und sorge, daß er ihm ähnlich wird.” “Wer? Der Entwurf?” “Nein”, sagte Herr K., ” Der Mensch. ”

Bertold Brecht

(Source: sein-wie-ich, via haenki)

April 19, 2014   2 notes

Ikarus

Wir sind hier verschwommen
Ich habe die Augen zusammengekniffen
und jetzt sehe ich helle Punkte
wie Glühwürmchen
am Wolkenhimmel
Große weiße Flecken
Ich habe zu lange in das Kerzenlicht
gestarrt – oder in die Sonne
Ich bin wie Ikarus
auf die Wärme
hereingefallen
wie eine kleine dumme Motte
mit verbrannten Flügeln
und glühendem Verstand
mein Lächeln brennt in meinen
Mundwinkeln
Bis sie einreißen
Breiter kann ich nicht
Breiter will ich nicht
Dabei habe ich keine Angst
vor Schmerz
vor blauen Flecken
wenn man sich selbst die
Schnürsenkel verknotet
und über die eigene Idiotie
stolpert - unbeholfen
Aber ich trage all die Herzen
in der Hemdtasche
die mich brachen
Spür ihr Zerreissen
in der Lunge
wenn ich atme
Heraus kommt nur
heiße Luft
die auf der Zunge brennt
Ich werde stumm
verlerne deinen Namen
mein Rücken biegt sich krumm
in deinen Armen
Lass mich da liegen
lass mich liegen
An deiner Kälte
wird sich mein Fieber
bald schon
legen

April 18, 2014   106 notes

“ A childhood without books – that would be no childhood. That would be like being shut out from the enchanted place where you can go and find the rarest kind of joy. ”

Astrid Lindgren

(Source: handcrafted-in-germany)

April 18, 2014   696 notes

“ Give the children love, more love and still more love – and the common sense will come by itself. ”

Astrid Lindgren

(Source: observando)

April 17, 2014

Isolation Berlin - Körper

Mein Herz pumpt fleißig Blut, doch es fühlt sich an wie Eis
Die Farben, sie verblassen, alles nur Schwarz-Weiß
Menschen und Gesichter nutzen sich schnell ab
Alle Frauen der Welt machen mich nicht satt
Ich fresse und ich fresse, doch ich krieg den Hals nicht voll
Berausche meine Sinne mit dem Dämon Alkohol
Irgendwann geh ich noch drauf
Ich bin so fett, ich schlitz mich auf
Ich muss aus meinem Körper raus
Ich muss aus meinem Körper raus
Ich muss aus meinem Körper raus
Von manchem fremden Mund ließ ich mich verführen
Ich brach so manches Herz ohne irgendwas zu spüren
Mit kaltem, blanken Stahl durchbohr ich mir die Haut
Um irgendwas zu spüren, muss ich aus meinem Körper raus
Ich fresse und ich fresse, doch ich krieg den Hals nicht voll
Berausche meine Sinne mit dem Dämon Alkohol
Irgendwann geh ich noch drauf
Ich bin so fett, ich schlitz mich auf
Ich muss aus meinem Körper raus

Ich muss aus meinem Körper raus
Ich muss aus meinem Körper raus

April 14, 2014   31 notes

“ 28.2.2011 11:30
Gewohnt schwerer Abschied vom Meer. Jede Nacht bei offenem Fenster gelegen, das Rauschen gehört, die Wellen gesehen. ”

Wolfgang Herrndorf - Arbeit und Struktur

(Source: baldabiou, via haenki)

April 14, 2014   4 notes

“ „Es wäre so sinnlos gewesen sich umzubringen, dass er, selbst wenn er es hätte tun wollen, infolge der Sinnlosigkeit dessen dazu nicht imstande gewesen wäre. ”

Kafka, Der Prozess

(Source: haenki)